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By PD Dr. Karin Tebben (auth.), Prof. Dr. Friedrich Strack (eds.)

„Ein intestine Teil des Feuers, das Napoleon verzehrte", habe von Heidelberg seinen Ausgang genommen, meinte Freiherr vom Stein 1815. Damit deutete er auf jene nationale Kulturerneuerung, die im ersten Dezennium des 19. Jahrhunderts den Heidelberger Romantikerkreis um Achim von Arnim, Clemens Brentano, Joseph Görres u. a. entscheidend prägte und – nach Eichendorffs Worten – eine „innere Regeneration des Gesamtlebens" anstrebte. Im Sammeln von Volksliedern, Volkssagen und Volksmärchen sowie der Restitution altdeutscher Kulturdenkmäler hoffte guy, einerseits dem modernen Rationalismus, andererseits dem Imperialismus Napoleons entgegenwirken zu können.

Aber nicht nur die kulturpolitischen Intentionen der Heidelberger Romantik werden in den vorliegenden Beiträgen untersucht; auch ihre historischen, poetischen und philosophischen Grundlagen sowie die Differenzen zur Jenaer und Berliner Frühromantik bzw. zur katholisierenden Spätromantik werden erörtert. Die Voraussetzungen, Erscheinungsformen und Folgen der Heidelberger Romantik, die bis ins 20. Jahrhundert spürbar bleiben, treten dabei in ein neues Licht.

Nicht zuletzt zeigen die polemischen und witzigen Auseinandersetzungen mit der Voß-Partei, die den Vorrang der antiken Bildung behauptete, daß die Heidelberger Romantik eine vielschichtige, keineswegs ideologisch festgelegte Bewegung battle. Sie entwickelte ihr eigenes Konzept von „romantischer Ironie" und „progressiver Universalpoesie".

Schließlich kommen in dem vorliegenden Band jene Aspekte einer „idealen" Naturlandschaft zur Sprache, die im Zeitalter der Entfaltung des ästhetischen Sehens Heidelberg zum Inbegriff der Romantik haben werden lassen.

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Wolgast, C. Knab, E. M. Werner, D. Mußgnug und H. M. Mumm. Weiterhin: Classen/Wolgast 1983, 35ff. 23 Historische und poetische Voraussetzungen der Heidelberger Romantik 29 Teilen Baden zugeschlagen. 27 Sie akzeptierten den neuen Kurfürsten, der bereits 1783 in Baden die Leibeigenschaft aufgehoben hatte, als loyalen Landesvater (als welcher er sich auch erwies). Doch war er (zumindest für die Romantiker) mit einem entscheidenden Makel behaftet: nur der Gunst Napoleons hatte Karl Friedrich seine neugewonnene Macht zu verdanken.

Eine Stadtgeschichte im Gehen. Heidelberg: Wunderhorn Ch´ezy H von (1816) Gemälde von Heidelberg, Mannheim, Schwetzingen, dem Odenwalde und dem Neckarthale. Wegweiser für Reisende und Freunde dieser Gegenden. Heidelberg: Engelmann Ch´ezy H von (1858) Unvergessenes. Denkwürdigkeiten aus dem Leben der Helmina von Ch´ezy. Von ihr selbst erzählt. Bd. 2. Leipzig: Brockhaus Heidelberg, Mannheim und Schwetzingen. Für Reisende. Mit einer topographischen Karte (ca. Frankfurt: Societäts-Verlag Kaschuba, W (1991) Die Fußreise.

19 Alle die hohen Erwartungen, die Görres mit der Philosophie und der Poesie seiner Zeit verbindet und die bitteren Erfahrungen, die ihm die Politik verleidet haben, sind in seinem Revolutions-Essay von 1804 (also noch vor seiner eigentlich romantischen Zeit) zusammengefasst. Der von der (politischen) Revolution Enttäuschte vollzieht eine Art innerer ,Umkehr‘. Er beginnt „rückwärts [zu] reflectieren“, 20 um ein verlässliches Fundament für seine Freiheitserwartungen zu erlangen. Die „Abwendung von der Gegenwart und dem Fortschrittsglauben [und die] Hinwendung zu der Vergangenheit, an deren Beginn das Ideal in ungetrübtem Glanze gestrahlt habe: dieser Gedanke, in dem sich [nicht zuletzt] der Einfluss Herders offenbart, wird der Kernpunkt für Görres’ Selbstbesinnung“ – so formuliert Heribert Raab diesen Sachverhalt; 21 und er ist auch der Ausgangspunkt von Görres’ „romantischem“ Denken, das sich an den depravierenden Folgen der Französischen Revolution entzündet und deren weltbürgerlichen Anspruch verabschiedet.

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